Die Lingualtechnik beschreibt eine Behandlungsmethode mit festsitzenden Apparaturen, bei der die Brackets nicht, wie üblich, auf der Außenseite der Zähne, sondern innen, also zur Zunge hin gerichtet, befestigt werden (lat. lingua > die Zunge). Der Vorteil dieser Methode besteht darin, daß die Apparatur von außen nahezu unsichtbar ist. Für diesen optischen Vorteil müssen jedoch einige Nachteile in Kauf genommen werden: Die Zunge wird von der Apparatur permanent irritiert. Dies beeinträchtigt die Sprachlautbildung und kann zudem zu Verletzungen der Zunge führen, was von vielen Patienten auf Dauer nicht toleriert wird. Die Reinigung der Apparatur im Rahmen der häuslichen Mundhygiene ist sehr aufwendig und erfordert viel manuelles Geschick. Die Behandlungszeit am Stuhl ist wegen der schlechten Zugänglichkeit ebenfalls deutlich erhöht. Insgesamt ist die Behandlung mit Lingualtechnik aufgrund des erhöhten Zeitaufwandes, des Schwierigkeitsgrades und der speziellen Materialien sehr kostenintensiv und wird von den gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht bezahlt.