Das noch relativ junge amerikanische invisalign® - System ermöglicht eine Behandlungstechnik, die seit 2001 auch in Deutschland praktiziert wird. Nur für die Behandlung im permanenten Gebiß geeignet, basiert die Methode auf herausnehmbaren, durchsichtigen Schienen (sogenannte Aligner), die maschinell hergestellt werden. Dabei werden die geplanten Zahnbewegungen im Vorfeld mittels einer speziellen Software simuliert und in eine Folge von kleinen Einzelschritten unterteilt. Für jeden Einzelschritt wird daraufhin von einem Roboter eine Tiefziehschiene hergestellt, in die die entsprechende Zahnbewegung „einprogrammiert“ ist. Setzt der Patient diese Schienen ein, „klemmt“ jede zu Beginn ein wenig, da die Zahnstellung im Mund nicht mit der der Schiene übereinstimmt.
Im Verlauf von 2 Wochen passen sich jedoch die Zähne der Schiene an, so daß die nächste Schiene eingegliedert werden kann. Je nach Umfang der Zahnbewegung wird ein entsprechend großer Satz von aufeinanderfolgenden Schienen erforderlich (10-40 Schienen pro Kiefer). Der Hauptvorteil dieser Methode besteht zum einen in der uneingeschränkt durchführbaren Mundhygiene; zum anderen sind die Schienen nahezu unsichtbar und bieten einen sehr hohen Tragekomfort. Die Nachteile bestehen in den hohen Zusatzkosten (derzeit ca. 1.800 bis 2.200€) und der Notwendigkeit einer absolut zuverlässigen Patientenmitarbeit (compliance). Leider ist diese Methode nicht grundsätzlich für alle Behandlungsaufgaben geeignet, so daß in manchen Fällen auf konventionelle Apparaturen zurückgegriffen werden muß. Während gesetzliche Krankenkassen invisalign® und vergleichbare Schienensysteme anderer Hersteller grundsätzlich nicht bezahlen, werden die Kosten von den meisten privaten Krankenversicherungen mittlerweile übernommen. Es empfiehlt sich jedoch die vorherige Anfrage.